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Jesu Vater-Tag
Diesen Donnerstag steigen wieder jede Menge „Vatertagsfeste“ und viele Leute machen „Vatertagsausflüge“, manche leider auch Sauf- und Krakeel-Touren. Die wenigsten werden sich fragen, warum sie dafür mitten in der Woche arbeits- und schulfrei haben (beim Muttertag stellt sich diese Frage nicht, der ist ja immer sonntags). Viele wissen schon gar nicht mehr, dass dieser Tag – auch ganz offiziell laut Kalender – „Christi Himmelfahrt“ heißt und ein hoher christlicher Feiertag ist.
Bei genauem Hinsehen ist der Name „Vatertag“ für den vierzigsten Tag nach Ostern aber gar nicht so falsch, denn es ist eigentlich so etwas wie der Vater-Tag von Jesus: Nach seiner zeitweisen Rückkehr zu den Jüngern war der auferstandene Jesus diesen endgültig entzogen worden, war – im Bild gesprochen – in den Himmel aufgefahren. Ganz so, wie er es kurz nach seiner Auferstehung schon angekündigt hatte: „Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.“ (Johannesevangelium 20,17).
Damit schließt sich ein Kreis: Jesus, der von Gott auf die Erde geschickt worden war, um die Menschen zu retten, kehrt nach getaner Arbeit wieder zu seinem Auftraggeber zurück, und sitzt fortan – wie die Christen im apostolischen Glaubensbekenntnis beten – „zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters“.
Aus den Augen, aus dem Sinn? Nicht unbedingt, denn zum Weggehen Jesu, wie die Jünger es damals erlebt haben, gehört eine neue Art der Gegenwart Jesu, wie sie Christen seit ca. 2000 Jahren immer wieder erleben, weil Jesu Zusage stimmt: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Matthäusevangelium 28,20).
Reinhart Fritz, Pfarrer

Liebe!
Jeder braucht sie, jeder mag sie, jeder kann sie verschenken. Gemeint ist die Liebe.
Liebe betrifft alle: Die verliebten Pärchen am Ufer, Kinder und Ihre Eltern, Ehepartner, Geschiedene, Singles und auch jene, die traurig und alleine zurückbleiben.
Liebe ist nicht nur ein Wort. Liebe ist vielmehr als ein Gefühl. Liebe ist eine Entscheidung. Eine die nicht immer einfach ist und uns immer wieder herausfordert.
Im ersten Johannesbrief, man kann ihn kommenden Sonntag in den katholischen Gottesdiensten hören, wird folgendes über die Liebe festgehalten:
„Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt…“ (1 Joh 4,8)
Für viele ist das unbegreiflich. Liebe ist etwas das man fühlt. Das wäre eine Sichtweise. Eine andere scheint mir wahrscheinlicher: Liebe ist ein Gefühl, eine Entscheidung und eine Handlung.
Gott macht das deutlich: Er liebt uns. Darum lässt er uns die Freiheit zu entscheiden. Er liebt uns darum spricht er immer wieder zu uns, lässt sich erahnen. Er liebt uns, deshalb ist er Mensch geworden - mit allen Konsequenzen. Er liebt uns, deshalb hat er immer wieder Menschen Mut gemacht, ihnen vergeben und ist in letzter Konsequenz auch gestorben. Er liebt uns, deshalb ist er auferstanden vom Tod mit seinen Wundmalen. Um unser Leben, sowie unsere Entscheidungen und unser Leiden zu respektieren.
Darin zeigte er unübertroffen: Liebe endet nicht mit dem Tod.
Im Tod ist seine große Liebe ganz da für mich, wenn ich das will. Was bedeutet das für uns?
Egal wie ich mein Leben lebe, er liebt mich.
Und: Egal wie ich mein Leben lebe –ob alleine oder zu zweit- ich kann lieben.
Mehr noch, ich soll lieben!
Ich soll andere spüren lassen wie sehr ich geliebt bin. Wie das genau geht?
Ganz einfach: Füreinander da sein wenn es eng wird, Verständnis zeigen, schlechte Angewohnheiten ändern, Versöhnung riskieren,…
Naja, ganz einfach ist das mit der Liebe nicht. Es braucht Mut, Geduld und wird nicht immer gelingen. Doch Liebe kann alles verändern, manchmal sogar das Leben selbst.
Also mitmachen lohnt sich!
Sebastian Kraft, Gemeindereferent

Der „Gute Hirte“ – eben nicht der „bezahlte Knecht“
Am nächsten Sonntag geht’s in den katholischen Gottesdiensten anhand des 10. Kapitels aus dem Johannesevangelium wieder mal um „Schafe“ – Ach!
Aber: Bevor wir nun abschalten wollen (nach dem Motto: „Das kenn ich doch längst... und ein (dummes) Schaf will ich ohnehin nicht sein...“) lohnt es sich, etwas genauer hinzuschauen und zuzuhören, denn Jesus sagt dort Erstaunliches: „Ich bin der gute Hirt, der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe! Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lässt die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht; und der Wolf reißt sie und jagt sie auseinander. Er flieht, weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt.“ Jesus ist offenbar als Hirte ein „Überzeugungstäter“. Er macht nicht einfach einen Job, sondern ihm geht es um jedes einzelne seiner „Schafe“ – und dafür ist er bereit, alles zu geben, sogar sein Leben! Dass aber Schafe in Wirklichkeit alles andere als doof sind, hat sich inzwischen wohl herumgesprochen – eine ihrer großen Fähigkeiten ist es, den „wahren“ Hirten als solchen zu erkennen. Wie aber steht es mit meiner „Erkenntnis“? Wer ist Jesus für mich? Und noch etwas ist bemerkenswert: Jesus sagt: „Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur noch eine Herde geben und einen Hirten.“ Ja wie? - Er sammelt auch Schafe aus einem anderen Stall? Undenkbar!, wo wir doch die „allein seligmachende Kirche“ sind...? Jesus weitet schon damals den Horizont über das „auserwählte“ Volk hinaus – ein großer Ökumeniker offenbar – wie wir?
Eine gute Woche wünscht Ihnen - Markus Müller, Pastoralreferent

Nach der Erstkommunion… für alle Menschen
Liebe Kinder, Ihr habt erfahren, denke ich, dass Ihr in der Vorbereitung gut zusammengekommen seid und auch schöne Stunden gemeinsam erlebt habt. Und dabei seid Ihr aus so unterschiedlichen Familien, Freundschaften und verschiedensten Lebensvorstellungen gekommen. Das ist sehr wichtig, denn Kirche oder Gemeinde ist kein Verein von denen, die eine gleiche Wertvorstellung vertreten, auch kein Interessenverband von denen, die sich um die Verbreitung einer Weltanschauung bemühen. Kirche ist Einheit, in der Gegensätze versöhnt sind, weil sie eine Mitte hat, Jesus Christus. So soll in der Kirche die Einheit aller Menschen, die erst noch kommen wird, erfahren werden können. Es ist die Hoffnung, dass die Liebe, die von Jesus gelebt wurde und die von ihm ausgeht, alle Menschen ergreift. Dafür seid Ihr Kinder und alle, die diese einende Botschaft der Liebe gut für uns Menschen empfinden, als Boten gesandt.
Allen wünsche ich, dass sie in dieser Woche erfahren dürfen, dass sie in dieser Liebe getragen sind und dass sie andere in dieser Liebe tragen können. Shalom, Thomas Eckerle, Pastoralreferent

„Wie Neugeborene“
Der kommende Sonntag trägt im liturgischen Kalender der evangelischen Kirche den eigenartigen Namen „Quasimodogeniti“. Das heißt auf Deutsch „wie Neugeborene“ und ist der Anfang eines Zitats aus dem 1. Petrusbrief 2,2: „Verlangt wie neugeborene Kinder, nach der unverfälschten geistigen Milch“. „Wie neugeborene Kinder“ dürfen sich die Glaubenden nach Ostern fühlen. Die Passionszeit, die Zeit der Leiden, der Angst und der Trauer ist vorbei. Jetzt ist Freude und Hoffnung angesagt! Gott hat mit Ostern einen Neuanfang gesetzt. Durch die Auferstehung von Jesus ist der Tod überwunden und seiner Endgültigkeit beraubt. Mit seiner Auferstehung hat Gottes neue, ewige Schöpfung begonnen. Durch die Taufe und den Glauben an ihn gehören wir dazu. Seit Ostern haben wir darum die begründete Hoffnung, dass dieses Leben nicht alles ist, dass Gott für uns auch nach dem Tod eine Zukunft bereithält. Wir können aufatmen, aufleben, uns wie Neugeborene fühlen: „Quasimodogeniti“ eben.
In der katholischen Kirche wird dieser Sonntag als „Weißer Sonntag“ gefeiert. An diesem Sonntag feiern die Kinder ihre Erstkommunion. So auch hier in Forchheim. Die Kinder aus Neuburgweier und Mörsch sind dann eine bzw. zwei Wochen später dran. Wir wünschen allen Kindern, die die Erstkommunion feiern, mit ihren Angehörigen einen gesegneten Gottesdienst und ein frohes Fest!
Ihnen allen wünsche ich eine gute Woche!
Gerd Ziegler, Pfarrer.

Ostern als Nagelprobe
Mehr noch als das Weihnachtsfest ist Ostern eine wahre Nagelprobe für uns Menschen, vor allem für unseren Glauben. Das höchste Fest der Christenheit zwingt uns nämlich zur Auseinandersetzung mit dem angespannten Verhältnis zwischen Leben und Tod, und zu einer Positionierung dazu. Bin ich der Überzeugung, dass mit dem Tod eben „alles aus“ ist, oder hege ich eine Hoffnung auf ein irgendwie geartetes „Danach“? Und: Braucht es wirklich das Kreuz für die Osterfreude?
Alle Christen, die ihren Glauben ernst nehmen, mogeln sich nicht am Kreuz vorbei in die Osterfreude hinein; sie begehen auch den Karfreitag und lassen sich daran erinnern, dass Jesus ans Kreuz genagelt wurde wie ein Verbrecher – zu unserer Rettung, wohlgemerkt! Dabei lassen sie sich aber zusagen, dass Gott auf diese Weise den Tod überwunden und – um auf das Foto Bezug zu nehmen – das Kreuz sozusagen „an den Nagel gehängt“ hat. In seinem Sohn Jesus hat er alles für die Welt und die Menschen gegeben, nicht einfach nur peanuts, sondern sein Wertvollstes; und Jesus hat die vielen Kreuze unseres Lebens mit ans Kreuz genommen und dadurch „an den Nagel gehängt“: Das Kreuz unserer Gebrechlichkeiten und Krankheiten; das Kreuz unserer Schuld und unseres Versagens; das Kreuz der Gewalt, des Terrors und des Krieges; das Kreuz eigener Unzulänglichkeit und Ohnmacht; das Kreuz der Hoffnungslosigkeit und der Angst…
Einfach verschwinden werden all diese Kreuze nicht, das wissen wir nur zu gut. Aber sie verändern sich in ihrer Relevanz, wenn sie erst einmal – sozusagen wie Jesus selbst – von Gott „an den Nagel gehängt“ wurden: Weil für Jesus das Kreuz auf Golgatha nicht die Endstation war, da Gott ihn durch den Tod hindurch in ein neues Leben gerettet hat, dürfen auch wir die begründete Hoffnung haben, dass wir durch alle unsere Kreuze hindurch gerettet werden, dass letztendlich das Leben siegt! Damit trifft Gott den Nagel auf den Kopf, was unsere tiefste Sehnsucht nach Heil und Leben angeht, weil tatsächlich gilt, was Lothar Zenetti in einem Osterlied-Text schreibt: „Seht, das Grab ist nicht mehr Grab; / tot ist nicht mehr tot; / Ende ist nicht Ende mehr; / nichts ist, wie es war. / Halleluja!“ (Gotteslob Nr. 800)

Frohe und gesegnete Ostertage wünscht Ihnen, auch im Namen der evangelischen Kirchengemeinde, Ihr

Reinhart Fritz, Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde Rheinstetten

Irgendwas das bleibt.
Eigentlich jeder wünscht sich von Zeit zu Zeit im Leben irgendwas das bleibt, etwas das Bestand hat, das für einen der Fels in der Brandung ist.
Dieses „Irgendwas“ zu finden ist schwer, ein Blick in unser eigenes Leben zeigt: Wenig ist was wirklich Bestand hat, wenn es hart auf hart kommt.
Was, oder Wer, bleibt am Ende?
Eine Frage, die zeitlos aktuell ist. Daher wundert es nicht, dass auch Jesus diese Frage als Mensch erfahren hat. Der „Hype“ um Jesus als er einzieht in Jerusalem, vergeht schnell und kippt zu den Worten „kreuzigt Ihn“. Die engsten Freunde, verschlafen wichtige Augenblicke, einer verleugnet Ihn und wieder ein anderer verrät Ihn sogar. Was bleibt Jesus? Manch einer würde vorschnell sagen: Jesus hat jetzt nur noch sich. Doch das ist so nicht richtig. In seinen schwierigsten Momenten, sei es am Ölberg kurz vor der Verhaftung oder kurz vor seinem Tod, betet Jesus zu seinem Vater. Jesus vertraut Gott ganz, nicht naiv, nicht ohne hadern sondern entschieden. Was oder Wer bleibt mir?
Gottes Angebot steht und bleibt. Wenn wir möchten ist Er der, der mitgeht, mit leidet, mit dabei ist, in schweren Momenten und im Tod. Das macht glauben nicht einfach. Denn glauben lebt vom Suchen und nicht vom Haben. Vielleicht können wir so mutig sein und sagen Gott ist der, der bleibt, ich werde Ihn immer wieder suchen.
So wünsche ich Ihnen schon heute einen guten Start in die feierlichen Kartage.
Ihr
Sebastian Kraft, Gemeindereferent

Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal..
In der Nacht von Samstag auf Sonntag haben 50 Kinder in unserem Gemeindezentrum in Mörsch übernachtet. Im Zentrum unserer Kinderbibelnacht stand Psalm 23: "Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln..." In beeindruckender Weise setzen sich die Kinder mit ihm auseinander. Es wurde gemalt, gebastelt und vor allem überlegt, was diese alten Worte, die dem Hirtenjunge und späteren König David zugeschrieben werden, bedeuten. Eine Schülerin schrieb: "Auch wenn ich Gott nicht sehe, weiß ich, dass er immer bei mir ist. Ich brauche keine Angst zu haben." Ein anderes Mädchen übersetzte den für uns heute doch etwas sperrigen Vers "du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein." wie folgt: "Gott wendet sich mir zu. Ich bin ihm wertvoll."
Mir hat die Begegnung mit den Kindern wieder einmal deutlich gemacht: Gottes gutes Wort - das Wort der Bibel - hat mit mir zu tun. In der Gemeinschaft mit anderen wird es auch für mich lebendig.
Die Wochen vor Ostern laden in besonderer Weise dazu ein, in sich zu gehen und zu überlegen was die Geschichte von Jesus mit mir zu tun hat. Was bedeutet sein Leiden, Sterben und seine Auferstehung für mich?
Lesen Sie doch einmal Psalm 23. Vielleicht spricht auch Sie ein Vers besonders an. Wenn Sie wollen können Sie sich dabei von Bildern der Kinder inspirieren lassen, die Sie auf unserer Homepage finden.
Ich wünsche Ihnen gesegnete Tage und das Vertrauen des Psalmbeters, der schreibt: "Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar."
Es grüßt Sie herzlich, Ihre Pfarrerin Ann-Kathrin Peters

„DU DARFST!“ – das Fasten auf den Kopf gestellt
Es steht bei manchen Menschen in schlechtem Ansehen, unser Fasten. Die sehen nur den „Verzicht“ und können dem allenfalls unter dem Aspekt dadurch „ein paar Pfunde zu verlieren“ einen Sinn abgewinnen. Andere verstehen es als Ausdruck von strenger „Selbstdisziplin“ und als Beweis von Stärke. Bei Klara und Franz von Assisi dagegen habe ich (nach Helmut Schlegel ofm) ein überraschend anderes und mich sehr ansprechendes Verständnis des Fastens gefunden: DIE 10 ERLAUBNISSE: „DU DARFST“!
NICHTS TUN ... leere Hände machen frei
QUER DENKEN ...lies das Evangelium - du findest nichts anderes als Quergedanken
SCHWACH SEIN ...Friede beginnt, wenn du aufhörst, stärker sein zu wollen
DICH RISKIEREN ...ein Sprung ins kalte Wasser ist meist sehr belebend
GENIESSEN ..schmecke und koste die Gaben der Schöpfung – ganz ohne Gier
STILL SEIN ... die Schwäche, keine Antwort zu haben, ist in Wahrheit Stärke
GEFÜHLE ZEIGEN ... vertrauen kann dir, wer spürt, was du fühlst
DICH AUSHALTEN ... auch deine Schmerzen und Brüche machen dich schön
LACHEN ... nicht einmal der Tod ist todernst
AUFSTEHEN ... weil ER auf(er)stand, bist du erlöst
Ein gewiss ganz ungewohntes Fasten... eine gute Vorbereitung auf Ostern? Probieren Sie´s aus! Eine weiterhin gesegnete Fastenzeit wünscht Ihnen: Markus Müller, Pastoralreferent

Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.
Im Johannesevangelium geht es schon im 2. Kapitel um die richtige Gottesverehrung im Tempel. Es gibt Streit und Jesus will den Tempel mit einer Geißel von Händlern und Geldwechslern reinigen. Als in Frage gestellt wird, dass er das tun darf, setzt Jesus den Tempel aus Stein in Bezug zum „Tempel seines Leibes“: Er wird sterben und nach drei Tagen auferstehen. Seine Jünger werden dieses Wort erst nach Jesu Auferstehung erinnern.
Paulus überträgt diese Botschaft auf die Gläubigen in Korinth und bestärkt sie: „Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist?“ (1Kor6,20 ) In diese Reihe können auch wir uns stellen: Der Leib eines jeden von uns – ein Tempel Gottes. Eine große Ehre, aber auch ein hoher Anspruch. Daher ist es nötig, diesen Tempel regelmäßig einer sorgfältigen Reinigung zu unterziehen. Die Empfehlungen Jesu dazu haben wir an Aschermittwoch gehört: Fasten, Beten und Almosen geben. Was gäbe es dann zu tun, damit der Tempel unseres Leibes wieder in Ordnung käme?
Fasten heißt verzichten. Welcher Ballast steht herum, welche mediale Zerstreuung lenkt meine Aufmerksamkeit ab vom Wesentlichen? Ich kann mich von Verstopfungen lösen und freier werden.
Frei zu werden besonders zum Beten, zum Gespräch mit Gott. Wer oder was verstellt mir den Weg nach innen? Was hüte ich im inneren meines Herzens? Welche Bilder fallen mir ein? Welche Erfahrungen tragen mich, wenn ich ganz bei mir bin?
Was hindert mich daran, Menschen und ihre Nöte wahrzunehmen, wo habe ich den Impuls, etwas zu tun? Wo könnte ich mit anderen teilen – altertümlich ausgedrückt: Wo möchte ich Almosen geben?
Unter Gottes Shalom stehe diese Woche mit diesen oder Ihren eigenen Fragen
Thomas Eckerle, Pastoralreferent

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Gottes Wort – der Hammer!
„Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert?“ So wird im Buch des Propheten Jeremia, Kapitel 23, Vers 29 die Kraft und Dynamik beschrieben, die in Gottes Wort steckt. Es hat die Kraft, Menschen zu verändern, die sich von diesem Wort beeinflussen lassen. Es bewirkt Versöhnung und Frieden mit Gott, mit unseren Mitmenschen, mit uns selbst. Mahatma Gandhi hat von diesem Wort gesagt: „Ihr Christen habt in euer Obhut ein Dokument mit genug Dynamit in sich, die Welt auf den Kopf zu stellen, dieser kriegszerissenen Welt Frieden zu bringen. Aber ihr geht damit um, als ob es bloß ein Stück guter Literatur ist, sonst weiter nichts.“
Ich halte die Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostern für eine gute Gelegenheit, einmal bewusst auf Zeit mit anderen Medien wie Fernsehen und Internet zu verzichten und sich dafür intensiv mit Gottes Wort in der Bibel zu befassen. Warum nicht mal ein ganzes Evangelium durchlesen? Vielleicht schaffen Sie ja in den Wochen bis Ostern auch das ganze Neue Testament?!
Ich wünsche Ihnen jedenfalls gute Erfahrungen mit der Hammer-Kraft, die in der Bibel steckt!
Gerd Ziegler, Pfarrer

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Verloren? – Erlöst!
„Am Aschermittwoch bin ich verloren…“, singt Margit Sponheimer, „…denn Rosenmontagskinder müssen närrisch sein.“ Tatsächlich kommt sich mancher am Aschermittwoch recht verloren vor, der über die Faschingstage ausgelassen gefeiert und die Welt närrisch auf’s Korn genommen hat. Plötzlich ist da so ein seltsamer Ernst und eine Stille, die herausfordert.
Die katholische Kirche mutet den Gläubigen am Aschermittwoch zu, sich ihrer Verlorenheit zu stellen, also anzuerkennen, dass sie erlösungsbedürftig sind: Die Welt ist tatsächlich nicht so lustig, wie wir das an Fasching lauthals gefeiert haben, und jede/r hat seinen/ihren Anteil daran. Als Zeichen dafür wird mit geweihter Asche ein Kreuz auf die Stirn gemacht. Im alten Testament war es ein übliches Zeichen für die Bereitschaft zur Umkehr und Buße, ein Bußgewand („Sack“) anzuziehen und sich in die Asche zu setzen (vgl. Jona 3,6).
Gleichzeitig beginnt die Kirche die Österliche Bußzeit, auch „Fastenzeit“ genannt. Beim Fasten steht allerdings weniger der Verzicht an sich im Mittelpunkt oder gar das körperliche Abnehmen, sondern das Freiwerden für das Gute und Schöne. Im Tagesgebet des Aschermittwochsgottesdienstes heißt es: „Getreuer Gott, im Vertrauen auf dich beginnen wir die vierzig Tage der Umkehr und Buße. Gib uns die Kraft zu christlicher Zucht, damit wir dem Bösen absagen und mit Entschiedenheit das Gute tun.“ Das Ganze hat einen Zweck: Ich stelle mich meiner Verlorenheit mutig, um an Ostern umso deutlicher die Erlösung durch Christus erleben zu können.
Ich wünsche uns eine gute und aufbauende Österliche Bußzeit!
Reinhart Fritz, Pfarrer

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Das sollten Sie im Auge behalten!
Wenn man mich fragen würde, was am 2. Februar in meinem Kalender stand, würde ich sagen: Auf den ersten Blick ein, zwei Termine, da war nichts Besonderes. Wer im liturgischen Kalender blättert würde eine kleine Besonderheit, nämlich den Eintrag „Darstellung des Herrn“, früher besser bekannt unter „Mariä Lichtmess“ finden. Soweit vielleicht noch nichts Besonderes. Besonders jedoch ist der biblische Text an diesem Tag gewesen. Er berichtet davon, wie Maria und ihr Mann gemäß der jüdischen Tradition zum ersten Mal mit Ihrem Sohn Jesus in den Tempel gingen.

Dort begegnete Ihnen der greise Simeon; dieser sollte erst sterben, wenn er das sieht, was die ganze Welt heilen wird. Als er Jesus sah, erkannte er in Ihm genau das!

Er hatte den richtigen Blick für das, was gut tut und Heilung bringt.

Seine Augen haben das gesehen, was alle heilen wird und allen gut tun wird. Dennoch hatte er auch im Blick, wie Teile dieser Welt, die noch nicht gut und heil sind, darauf reagieren würden. Dies sagte er auch Maria und Josef. Diesen Blick des Simeon finde ich interessant: Er hat das Gute im Blick, er entdeckt, was heil macht, und erkennt auch die Herausforderungen. Vielleicht ist das ein Blick, der auch uns gut tut? Nicht das Schlechte im Blick haben, sondern das Gute. Nicht nur Mängel erkennen, sondern das fokussieren, was gut tut und heilt in den Grenzen meines persönlichen Lebens.

Das ist nicht einfach, vielleicht auch nicht immer möglich; dennoch halte ich diesen Blick, besser: diese Haltung für etwas, das man im Auge behalten sollte. Ich lade Sie ein, diesen Blick immer mal wieder in kleinen Entscheidungen auszuprobieren. Vielleicht schenkt er Ihnen wie Simeon Frieden und Begeisterung, beides wünsche ich Ihnen auf alle Fälle!

Ihr

Sebastian Kraft, Gemeindereferent
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Kann ich Sie segnen?

Wäre es ein Mensch und nicht eine Maschine gewesen, so wäre ich sicher nicht so überrascht gewesen. „Möchten Sie von einer weiblichen oder einer männlichen Stimme gesegnet werden?“, fragte mich der Segensroboter während meines Besuchs der Weltausstellung zum Reformationsjubiläum in Wittenberg. Das sollte provozieren – gerade uns Theologen. Kann ein Roboter segnen? Gar besser als wir? Was unterscheidet Mensch und Maschine?

Mein Urteil stand eigentlich fest: „Natürlich geht das nicht!“ Ich war fest überzeugt, dass nur Menschen richtig segnen können. Nach meinem Experiment mit dem Roboter fiel mein Urteil jedoch nicht mehr so klar aus. Mir fehlte zwar die Berührung – und doch fühlte ich mich persönlich angesprochen.

Für mich hat das klar gemacht: Damit Gottes Zusage beim Segnen spürbar wird, kommt es nicht darauf an, wer den Segen spricht, sondern dass ich mich von Gottes Wort berühren lasse. Vielleicht hilft diese Erkenntnis selbst einmal einem anderen den Segen Gottes zuzusprechen - und sich segnen zu lassen?! Wenn es selbst ein Roboter kann...

Ihre Pfarrerin Ann-Kathrin Peters

Hier schreiben die katholischen und evangelischen Seelsorgerinnen und Seelsorger in Rheinstetten wöchentlich im Wechsel.
Das Bild zeigt v.l.n.r.: Pfarrer Gerd Ziegler, Pastoralreferent Markus Müller, Pfarrerin Ann-Kathrin Peters, Gemeindereferent Sebastian Kraft, Pfarrer Reinhart Fritz und Pastoralreferent Thomas Eckerle.
Das Wort für die Woche finden Sie auch in Rheinstetten Aktuell.